Elektromobilität

Touringthemen, .... aber bitte nicht alles ernst nehmen hier!
road-movie
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Elektromobilität

Beitrag von road-movie » 01.11.2013, 21:31

Es gab das Thema schon mal, hier ein interessanter Vortrag von einem Zukunftsforscher:

http://www.youtube.com/watch?v=JHUzfw24oCk

Ist zwar ein ziemlicher Dampfplauderer, aber doch interessant, was er sagt.
Ich pendle ja seit 20 Jahren täglich mit dem Rad, nächstes Jahr wird es evtl. so weit, dass es mit dem Rad zu viel wird (2*1,5h). Da habe ich mir E-Roller angeschaut und bin jetzt bei S-Pedelecs angekommen, die schaffen bis 45 km/h bei 12 cent pro 100 km Stromkosten (man muss/darf aber treten und die Dinger sind teuer).

Ich will hier nicht über Fahrräder reden, auch weiß ich nicht, ob es überhaupt so viele Akkus für die ganzen Autos geben kann (für Pedelecs wohl schon), aber wie reagieren die Leute, die so massig Kohle in Autos und WW/WoMo stecken und dann soll das alles out sein? Mir wär es egal, meine Karre ist alt und günstig, wenn ich mir wieder einen Troll leisten kann, wird der mich auch nicht arm machen - selbst wenn ich mal kein Zugfahrzeug mehr dafür habe.

Roman
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Roman » 01.11.2013, 21:59

Ich habe mir das Filmchen nicht angesehen mangels brauchbarer Bandbreite hier. Aber ich schrub's schon einmal, ich halte diese Elektroauto-Idee für einen riesengroßen Schwachsinn. Eine mediengemachte Hysterie, die Geschäftemacher für sich nutzen. Übrigens noch nicht einmal die immer böse deutsche Autoindustrie, die dafür natürlich andauernd gescholten wird, von wegen, der Zug führe ohne sie ab.

Nichts und niemand fährt ab, die Entscheider bei VW & Co sehen das schon sehr richtig. Wenn wir in den nächsten 15 Jahren (so lange hält ein durchschnittliches Auto) wirklich Engpässe bei fossilen Brennstoffen bekommen, dann sind ein paar fehlinvestierte Autos unsere geringsten Probleme. Dann gehen nämlich in Millionen von deutschen und nordeuropäischen Haushalten die Heizungen aus. Komisch, darüber redet niemand in den Medien?

Wenn man wirklich signifikant fossile Energieträger durch elektrischen Strom ersetzen wollte, dann wären die Heizungen der aller einfachste und erste Weg. Die Infrastruktur steht weitgehend und die Technik der Speicherung mit den primitiven Nachtspeichergeräten sogar auch schon. Nur - dann könnte man ja keine sauteuren neuen Akkus verkaufen und man könnte auch nicht dauernd auf andere mit dem Finger zeigen, sie seien Schuld.

Ein Hauptkostenfaktor beim Sprit ist die Steuer. Das will ich nicht bejammern. Wenn jetzt auf einen Schlag ein Großteil der Autos mit Strom fahren würden, brächen Steuereinahmen in Milliardenhöhe weg. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die dann nicht auf die Elektromobilität umgesetzt werden würden?
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Eribaba ETC 417 » 01.11.2013, 22:59

Was der Mann da vorgetragen hat war sehr interessant! Realistischer Weise wird sich an den Bedingungen erst mal jedoch nichts ändern. Schließlich hat die Öllobby ein Interesse daran uns erst das letzte Öl für teures Geld zu verkaufen, bevor die selben Konzerne uns den Strom fürs Stromgefährt verschachern! Und, @ Roman, die entgangenen KFZ-Steuern wird sich der Staat bei wem zurückholen..? Richtig, bei Allen, also uns!
Werden diese Elektro-Karren einen Touring ziehen können? oder wird es vielleicht der Tod des campings im herkömmlichen Sinne sein? So nach dem Motto: mit der bahn/E-Mobil klimaneutral zum CP in die Alpen; dort gibt es fest aufgebaute Wohnwagen auf hübschen Stellplätzen...! :?

Und ich werde trotzdem wieder nen Subi fahrn ... :!: :PM: :mrgreen:

Gruß,

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Re: Elektromobilität

Beitrag von road-movie » 01.11.2013, 23:18

Naja, für den Zelter bleibt alles beim alten und der WoMobilist hat i.d.R. eh schon gezeigt, dass er finanziell schmerzunempfindlich ist.

Vielleicht verschicken wir uns und den WW mit der Bahn und mieten uns am Ziel ein kräftiges Zugfahrzeug.

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Re: Elektromobilität

Beitrag von flugnatter » 02.11.2013, 08:54

Zum Glück weis ich jetzt das Popcorn bei 166°C explodiert........ :D
`n bissel hat er Recht.... aber bis 2017 :?: :!: :shock: :lol: :lol:
Hab schon anno 2002 bei uns im Fliegerheim vorhergesagt, wir fliegen bald elektrisch... 8)
Was haben die Klugscheißer-Deppen mich damals ausgelacht! :(
Heute fliegen wir unter 5kg nur noch elektrisch. :wink:
Und die Grenze geht immer weiter hoch....
genau wie bei den Pedelec´s...... 8)
ich sag jetzt mal 2033 sind wir bei 50/50....
Zuletzt geändert von flugnatter am 02.11.2013, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Elektromobilität

Beitrag von mikegold » 02.11.2013, 10:14

flugnatter hat geschrieben:Zum Glück weis ich jetzt das Popcorn bei 166°C explodiert........ :D
`n bissel hat er Recht.... aber bis 2017
Hab schon anno 2002 bei uns im Fliegerheim vorhergesagt, wir fliegen bald elektrisch... 8)
Was haben die Klugscheißer-Deppen mich damals ausgelacht! :(
Heute fliegen wir unter 5kg nur noch elektrisch.
Und die Grenze geht immer weiter hoch....
genau wie bei den Pedelec´s...... 8)

Und das nicht nur bei den Modellfliegern :D
http://www.fliegen-ist.de/html/scott_e.html
http://www.flytec.ch/de/e-drive/e-drive-produkte.html
Mit 20 Minuten Flugzeit bekommt man fast immer einen Thermikbart zu fassen.
Dank der Aussenläufer Motoren und der Li-Pos.
Habs noch nicht probiert aber vielleicht nächstes Jahr.

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Re: Elektromobilität

Beitrag von Ollerzausel » 02.11.2013, 20:21

Schöner Bei- und Vortrag. Danke für den Link :thumbs:

Denke, der weiß wovon er spricht. Er redete auch nicht davon, die fossilen Energieträger gleich vollständig zu ersetzen. Wenn aber eine neue Technologie effektiver ist, als die alte, setzt sie sich schneller durch, als von vielen gedacht. So wird es bei der Mobilität bestimmt bald kommen. 90% der mitgeführten Energie in Vortrieb umzusetzen ist einfach effektiver, als nur 25%. Und wenn erstmal eine brauchbare Technologie zur Stromspeicherung in Massen vorhanden ist, wird Solarenergie die billigste Art der Energieversorgung werden. Das gibt dann "Sonnenverbrauchssteuer" 8) Letztlich ist jede Form der Energie auf der Erde auf die Sonne zurück zu führen, egal, ob fossile Brennstoffe, Wind, Wasser, Solar. (Kernenergie mal ausgenommen, das ist ja eine kleine künstliche Sonne, Gezeitenkraftwerke ebenso)
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Eribaba ETC 417 » 02.11.2013, 20:43

Mein heute alter Vater (Der war Physiklehrer) sagte schon vor 30 Jahren: "Die Generationen, die mal nach uns kommen werden uns dafür verteufeln, dass wir das wertvolle Öl einfach verbrannt haben, anstatt etwas vernünftiges daraus zu machen! es gibt Dinge, die sich ohne Öl nicht herstellen lassen: Medikamente, Kunststoffe, usw .." Er sah den Umgang mit den Ölvorräten der Erde damals schon als großen Fehler an. ...Natürlich hatten meine Eltern trotzdem ein Auto... :mrgreen:
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Roman » 02.11.2013, 22:48

Hab mir den Vortrag jetzt anhören können. Bullshit-Gequatsche, wo mit Halbwahrheiten, Verkürzungen und Polemik ein Thema aufgekocht wird. Der taugt vor allem als Beispiel für ein Rhetorik-Seminar.

Tipping-Point und das Popkorn-Gleichnis. Was er verschweigt, wie viele Körner schon aufgepoppt, als Trend erkannt worden sind und sich dann als Rohrkrepierer erwiesen haben. Nur ein Bruchteil der Ideen erweist sich hinterher als marktfähig. Es ist sogar so, dass Unternehmen besonders erfolgreich waren, die abgewartet und geschaut haben, was funktioniert. Die Ideengeber sind dann über die Wupper gegangen, während der Abwartende zum Weltmarktführer aufgestiegen ist. Microsoft ist so ein Paradebeispiel dafür. Oder Apple - war oft erfolgloser Ideengeber und sehr erfolgreicher Ideenverwerter anderer.

Wenn die Kilowattstunde mit Solar billiger zu produzieren als mit Kohle, dann frage ich mich, warum wir den Energieumbau mit Subventionen bezahlen müssen und warum der Häuslebauer mehr für seinen eingespeisten Strom bekommt, als er für verbrauchten bezahlen muss?

Dann kommen dumme Sprüche wie "Wir haben noch das Speicherproblem, OK, können wir machen...". Ja klar, wenn man das zentrale Energie Problem mit einem Satz wegwischt, dann ist natürlich alles gar kein Problem. So kommen dann auch verkürzte Aussage wie '80% Verschwendung, 20% in Bewegungsenergie' beim Motor mit fossilen Energieträgern, und 'Beim elektrischen Antrieb bekommen wir bis zu 90% der gespeicherten Energie tatsächlich nach vorne an die Achse oder an die Räder.' Und wie viel ging verloren bis zur Produktion, als der Wind geweht oder die Sonne geschienen hat? Das ist doch unredliches Gequatsche!

Je weiter er im Vortrag voranschreitet, um so lakser geht der mit den Fakten um und um so mehr verliert er sich in Polemik . Sprüche wie 'Jeder, der einen Teslar gefahren ist, in meinem Bekanntenkreis, der hat sich einen bestellt. Und sie kommen nicht wieder zurück.'

In meinem Bekanntenkreis dürfte die Anzahl überschaubar sein derer, die sich ein Luxusauto wie den Teslar leisten können. Klar, der Agentur-Chef um Ecke fährt auch einen Teslar, aber der hat noch drei anderen Autos in der Garage stehen.

Es folgen Aussagen wie "Es werden die ersten Schnellladestationen für Deutschland eröffnet... für immer umsonst. D.h., sie fahren von Graz nach Hamburg und zurück und bezahlen nichts - für diese Ladung. Und das kriegen sie ganz gut hin, weil die Stopps nicht länger sind, als sie wollen. " Er suggeriert jetzt, Elektromobilität wäre ganz umsonst.

Oder "Warum sieht er das Ende der Formel 1 für 2017 voraus, weil die Leute das nicht mehr verstehen, warum die das
mit den Motoren... machen?" Wenn die Elektroautos so schnell und dolle sind, warum denn dann nicht auch im Motorsport?

Die Polemik mit der Tochter, oder die herbeigeredete Ineffizienz der Kolbenmotoren, das verquarzte Beispiel mit dem Wein. Dann soll er mir mal erklären, was daran besser ist, wenn ich Gas oder Öl ach so ineffizient verheize als wenn ich es verfahre. Ich möchte wetten, die Hälfte der Teslar-Käufer hat ganz cool zu Hause in der Poggenpohl Küche einen Gasherd verbaut.
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Eribaba ETC 417 » 02.11.2013, 22:54

RUHIG, Brauner... :mrgreen: :wink:

Es ist doch wie bei allem: Immer, wenn sie uns sagen, es sei alles doch ganz einfach, ist das nur die halbe Wahrheit... :ALAAF:
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Roman » 02.11.2013, 23:15

Das ist so ein Kongress-Aufreger, den lädt man ein, wenn etwas Leben in die Veranstaltung kommen soll. Damit lässt sich Widerspruch herauskitzeln von den erfahrungsgemäß eher maulfaulen Fachleuten vor Ort.

Das Teslar-Ding ist eine Luftnummer. Porsche/BMW & Co stellen so ein Teil in zwei Monaten auf den Markt. Das sind Luxus-Nischenfahrzeuge für eine Upperclass. Die echte Herausforderung liegt in einem Elektro-Golf. Und zwar für den Golfkäufer, der kein Viertfahrzeug in der Garage stehen hat. Der hat meist gar keine Garage, sondern sucht jeden Abend einen Parkplatz in Berlin Zehlendorf. Der kauft den Golf auch gerne in einem Alter, wenn die erste Batterie des Teslars ihren Geist aufgegeben hat. Blöd, wenn die einen ganz wesentlichen Anteil des Neuwertes ausgemacht hat.
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Eribaba ETC 417 » 02.11.2013, 23:28

Ja, Roman! Du hast ja recht! Ich warte auf die Elektrokarre, die dann noch zusätzlich 1300kg ziehen darf...! Wer denkt denn an uns Caravaner? Wir fallen wieder hinten herunter!
Der erste bezahlbare Hybrid mit 1300kg Anhängelast ist meiner! :!:
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Re: Elektromobilität

Beitrag von mikegold » 03.11.2013, 02:00

Für manche Menschen ist ein E-Fahrzeug schon alltag.
Zum Beispiel für mich. Ich fahre in unserem schönen Stuttgart seit 9 Monaten des öfteren mit einem
Car2go Elektro Smart rum. Wenn ich der Kapazitätanzeige glauben soll haben die eine Reichweite von 90 km,
wenn er auf 90% ist. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie mehr als 50 Km im Innenstadtbereich gefahren.
Also das ganze Gelaber von Reichweite finde ich ziemlich dämlich. Wenn wir weiterhin ein 125 Jahre altes Patent unbedingt noch weiter warm halten
möchten dann sollte man so weitermachen. Klar ist es keine Kiste zum ans Mittelmehr fahren. Das waren die frühen Benzinkutschen selig auch nicht. Erst seit dem sich hunderttausend Ingenieure über 100 jahre lang das Hirn zermartert haben. Ich denke nicht dass man mit einem E Auto den Planet retten kann. Mobility kills !
Aber mal ganz egoistisch gesehen. Das Ding ist ziemlich sexy zu fahren, leise und zudem hält der Motor an der Ampel das Maul während seine
Explosionsmotorverwandschaft schön weiter blubbern (ausgenommen die mit Start/Stop). Ich wünsche mir allmählich schon mal ein anderes Konzept als eine
Metallansammlung mit fast 200 zu bewegenden Teilen gennannt Verbrennungsmotor.

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Re: Elektromobilität

Beitrag von Ollerzausel » 03.11.2013, 07:08

So "verbissen" wie Roman sehe ich den Vortrag nicht. Sicher ist es ein "Laberkopp" und er wird mit seinen Wahrsagungen auch nicht immer richtig liegen. Aber: Wie verkündet, lassen sich viele Fakten errechnen. Auch wenn dann ein Großteil des Publikums die Ergebnisse nicht wahrhaben will, isses so. Beispiel Röhre. Kann mich noch erinnern: In zehn Jahren werden 90% aller Bildschirme Flachbildschirme sein ... bla bla. Nicht mal drei Jahre hat das gedauert und Röhren waren weg vom Fenster.

Klar - Tesla für 100k€ ist für wenige interessant. Wenn aber der Verbrenner-Golf für 30 neben dem Strom-Golf für 30 im Glaspalast steht, wird es spannend.

In Berlin kann man zwischen drei Car2Go-Anbietern wählen. Alle elektrisch. Die Karre bezahlst Du pro Minute, wie ein Handy. Reservierung 15 Minuten vorher mit dem Smartfon. Das zeigt auch an, wo welche rumstehen und wie der Akkustand ist. Schließt Du das Ding an einer Ladestation an, gibbet ein Guthaben von 10 Minuten. Mit den Karren wird es in Ballungsräumen bald so, wie mit den Fahrrädern. Wenn man eine braucht, nimmt man sie sich und stellt sie dann für den nächsten irgendwo ab.

Neue Trends zeigt die Jugend an. Die wollen z.B. kein eigenes Auto mehr, es reicht ihnen, wenn sie eins nutzen können bei Bedarf. So wird es mit anderen Dingen auch werden. Das ist eine "Zugangsgeneration". Interessant finde ich, daß sich Leute mit diesen Fragen beschäftigen und schon mal warnend den Zeigefinger heben. Und wenn es Rhetoriker sind, um so besser.
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Guidoqq ETC 447 » 03.11.2013, 11:09

mikegold hat geschrieben:Für manche Menschen ist ein E-Fahrzeug schon alltag.
Zum Beispiel für mich. Ich fahre in unserem schönen Stuttgart seit 9 Monaten des öfteren mit einem
Car2go Elektro Smart rum. Wenn ich der Kapazitätanzeige glauben soll haben die eine Reichweite von 90 km,
wenn er auf 90% ist. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie mehr als 50 Km im Innenstadtbereich gefahren.
Also das ganze Gelaber von Reichweite finde ich ziemlich dämlich. Wenn wir weiterhin ein 125 Jahre altes Patent unbedingt noch weiter warm halten
möchten dann sollte man so weitermachen. Klar ist es keine Kiste zum ans Mittelmehr fahren. Das waren die frühen Benzinkutschen selig auch nicht. Erst seit dem sich hunderttausend Ingenieure über 100 jahre lang das Hirn zermartert haben. Ich denke nicht dass man mit einem E Auto den Planet retten kann. Mobility kills !
Aber mal ganz egoistisch gesehen. Das Ding ist ziemlich sexy zu fahren, leise und zudem hält der Motor an der Ampel das Maul während seine
Explosionsmotorverwandschaft schön weiter blubbern (ausgenommen die mit Start/Stop). Ich wünsche mir allmählich schon mal ein anderes Konzept als eine
Metallansammlung mit fast 200 zu bewegenden Teilen gennannt Verbrennungsmotor.
Die Wahrheit bleibt: Mit Deinem Elektrosmart ziehst Du Deinen Touring nicht einen einzigen Meter weit. Somit ist auch er nicht Dein einziges Fahrzeug, sondern ein Luxusgut.

Elektromobilität ist übrigens auch schon über 100 Jahre alt. Wir alle erinnern uns an das Oma-Duck-Auto aus den Comics? Das Auto gab es tatsächlich und wurde auch erfolgreich verkauft: der Detroit Electric:

http://de.wikipedia.org/wiki/Detroit_Electric

Pikanterweise besass sogar die Frau von Henry Ford einen, sie hat nämlich genauso auf die Verbrennungsmotoren geschimpft wie Du.

Trotzdem ist das Konzept gescheitert, woran:
Ausserhalb der Städte waren die Strassen in den USA (wie wahrscheinlich in vielen anderen Ländern auch) katastrophal schlecht. Man blieb häufig im Matsch oder in Schlaglöchern stecken. Henry Ford hat sich da für sein T-Modell ein geniales Getriebe ausgedacht, bei dem man durch treten und loslassen eines Pedals zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang hin- und herschalten konnte. Somit konnte man sich aus der Mutke förmlich herausschaukeln.

Mit dem General Electric ging da nichts. Sass er fest, war er nicht mehr aus eigener Kraft zu befreien. Zwischen Elektromotor und Antriebsrad gibt es ja keine Kupplung, kein Getriebe. Er stand in seinem Schlammloch, man konnte Strom geben, soviel man wollte, er sass fest. man hat lediglich die Anker im E-Motor verbrannt.
Und das hat die Verbreitung der Elektromobilität im Keim erstickt.

Elektromobilität ist damals an fehlender Alltagstauglichkeit gescheitert. Und auch heute ist sie nicht gegeben. Stand heute können reine Elektroautos das durchschnittliche Familienfahrzeug nicht ersetzen. Sie sind für gewisse Bewegungsprofile und gewisse Einsatzzwecke gut bis hervorragend, scheitern aber an vielen Aufgaben, die mit herkömmlichen Autos problemlos zu erledigen sind. Nehmen wir nur einen schönen frostklaren Wintertag, an dem ich mit vier Erwachsenen sagen wir eine Strecke von 300 km zurücklegen muss. Wie heize ich über die Strecke den Fahrgastraum? Schaffe ich es überhaupt, die Scheiben beschlagfrei zu bekommen?

Trotzdem halte ich Elektromobilität für äusserst reizvoll. Und dass viele Menschen das ebenso tun, sieht man auf dem Zweiradmarkt. Was da gerade bei den e-Bikes abgeht, ist sensationell. Ursprünglich als Opafahrräder mit Rückenwind entwickelt (und auch verschrien), entdecken sie viele Berufspendler für sich. Noch besser und schlauer geht eigentlich gar nicht. Statt ein E-Auto neben das normale Kfz zu stellen, greifen sie zum e-bike. Und dessen harmlose 250 Watt würden in einem E-Auto mal gerade für die Lichtanlage und die heizbare Heckscheibe genügen.

Was ich definitiv nicht begreife: warum bitte sind E-Autos noch so absurd teuer? Die Ausrede, dass die Batterien so teuer sind, lasse ich nicht gelten. Wenn ich zusammenrechne, was ich bei einem E-Auto alles NICHT gebrauche, müsste das den Batteriepreis mehr als wettmachen: Getriebe, Abgasanlage, Antriebswellen (Wenn Nabenmotor), kpl. Wasserkreislauf, kpl. Ölkreislauf, kpl. Verbrennungsmotor mit seinen 200 Teilen Metall.

In dem weiten Feld der Elektromobilität muss sich noch viel zurechtrückeln. Da müssen noch viele Erfahrungen gesammelt werden. Wozu Du, mikegold, beisteuerst.
Es bleibt spannend.

Gruss
Guido

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