Schweißen lernen - womit?

Touringthemen, .... aber bitte nicht alles ernst nehmen hier!
Roman
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Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Roman » 28.02.2020, 21:29

Wenn man als Anfänger in die Kunst des Schweißen einsteigen möchte, womit würde man da am besten anfangen? WIG ist was für Fortgeschrittene, habe ich gerade herausgelesen.

In meiner Jugend bin ich nur bis zum Hartlöten gekommen. Also Werkstück mit Gasflamme glühend werden lassen und dann Messinglot drüber.
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renault troll 550
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von renault troll 550 » 28.02.2020, 21:59

Schutzgas oder Elektrodenschweissen

Hephaistos
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 28.02.2020, 22:00

Hallo Roman,

kannst Du den Anfänger näher definieren ? Wenn ich meiner Frau das beibringen sollte, müsste ich bei Adam und Eva anfangen :shock:
Das kapiert sie schon irgendwann, aber das könnte etws länger dauern.

Der interessierte Laie könnte sich ja zum Einstieg ein Fachbuch kaufen, lesen und zu verstehen versuchen:
https://www.amazon.de/Praxiswissen-Schw ... 69&sr=8-15

Oder das gesparte Geld in einen Kasten Bier investieren, beim nächsten vertrauenswürdigen Fachbetrieb aufschlagen und das Problem lösen LASSEN :mrgreen:

Schon allein für die nötige Ausrüstung ist mehr Kohle fällig, als der Fachbetrieb in Rechnung stellen würde :shock:
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Hephaistos
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 28.02.2020, 22:03

renault troll 550 hat geschrieben:
28.02.2020, 21:59
Schutzgas oder Elektrodenschweissen
Elektrode am Gitterrohrahmen vom Touring :shock:

Da gab´s doch mal ´nen Film mit James Dean, und das war weder "Giganten" noch "East of Eden" :mrgreen:
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Roman
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Roman » 28.02.2020, 22:23

Kann man am Touring nicht Elektroschweißen? Wobei ich nicht an meinem Troll rumschweißen wollte. Zumindest geplant. Ich würde es gerne nur mal können, wenigstens ein bisschen. Ich kann ja auch ein bisschen mit Holz arbeiten. Allgemeinbildung halt. Spass am Werkeln. Ein Projekt wären Schranktüren aus Stahl und Glas, ähnlich der Fabrikfenster früher. Meine Frau hat mir sogar mal einen Schweißkurs geschenkt, aber die sind auf über einem Jahr ausgebucht. Handwerkliches Lernen über Bücher halte ich für suboptimal. Man muss das machen, nicht lesen, wie man es macht. Versuche mal schwimmen zu lernen über ein Buch. Oder Radfahren. Ein Musikinstrument. Den Schweißkurs beim Treffen fand ich eine super Idee.

Das WIG Schweißen hörte sich für mich auch an wie eine Form des Elektroschweißens.
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hardy ETC 651 » 28.02.2020, 22:37

ich habe damals als Elektriker viel mit Elektrode an Industrieanlagen geschmeißt.
Auch an sehr dünnen Rohren (StappaRohre).
Es geht also auch am Touring Rahmen, wenig Strom, kleine Elektrode, schnell und gleichmässig ziehen.
Wenn man es kann gehts ohne "Löcher reinbrennen" Es erfordert halt Übung.
Dickere Sachen dann mit mehr Strom und dicker Elektrode.
Wobei unterschieden wurde in Fall und Stehnähte. = blaue und gelbe Elektrode...also waagerecht und senkrecht.

Es muss halt immer die Schlacke abgeschlagen werden. Besonders bei Edelstahlelektroden besteht die Gefahr das die Schlacke "springt"
Wir hatten schwere Trafo Schweißgeräte.

Heute gibt es zb auch Konverter, leicht und günstig zu bekommen und meiner Meinung nach für den Hausgebrauch völlig ausreichend.
Können auch an der 230V Steckdose betrieben werden. (für kleinere Sachen)


gruß

Hardy
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Hephaistos
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 28.02.2020, 22:47

Hallo Roman,

ich glaube, schweißtechnisch wohnst Du im selben Tal der Ahnungslosen wie meine Frau.
Für Dich ist die ganze Schweißerei einfach nur Musik, die interessant ist.

Ich kenne das ganze Orchester und die einzelnen Instrumente, einige davon kann ich selbst spielen...

Womit möchtest du anfangen ?
Pauke, zweiter Bass oder doch die erste Geige ?

Aus Büchern lernt man das nicht, aber vorher sollte man schon wissen, wo man hinwill.
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Roman
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Roman » 28.02.2020, 22:55

Ich bin völlig ahnungslos. Darum frage ich ja hier. Ich will einfach nur für den Anfang ein paar Flach- bzw. T-Eisen zu einem Fenstergitter schweißen. Das hatte ich mal so angedacht als Projekt.
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Eribaba ETC 417 » 28.02.2020, 23:24

Roman hat geschrieben:
28.02.2020, 22:55
Ich bin völlig ahnungslos. Darum frage ich ja hier. Ich will einfach nur für den Anfang ein paar Flach- bzw. T-Eisen zu einem Fenstergitter schweißen. Das hatte ich mal so angedacht als Projekt.
Dann autogen! Aber ist vielleicht heutzutage oldschool... :mrgreen:
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Dr King Schultz » 29.02.2020, 00:14

Einfach gut, ich habe das Thema aktuell in der Restaurierung vom Trollkönig angeschnitten und mir gedacht, da muss es ein eigenes Thema zu geben. Ich lenke nicht gerne mit Dingen ab die mit dem Hauptthema nicht direkt zusammenhängen insofern danke hierfür :thumbs:

Vorweg, ich habe in meiner Ausbildung MMA (Elektrode) MIG/MAG (Schutzgas) und WIG geschweißt, nur zur Übung ein paar Tage. Jetzt 10 Jahre später habe ich mit WIG meinen Eriba geschweißt, quasi learning by doing.

Persönlich fand ich in der Ausbildung Schutzgas am leichtesten. Elektrode kommt an zweiter Stelle da das zünden und richtige führen der Elektrode etwas mehr Übung braucht. WIG habe ich damals fast garnicht gebacken bekommen da bei dem Gerät der Strom über ein Fußpedal geregelt wurde, das war mir zu komplex :D

Warum also jetzt für den Eriba wieder WIG? Das Verfahren ist super vielseitig, es ist sauber (keine Spritzer oder Schlacke) und preislich für den Einstieg im Rahmen. Und mit etwas Übung kann man damit wirklich viel anstellen.

Empfehlen würde ich, für deine Verwendung, mit Elektrode zu starten.
Flach und T kann man damit gut machen wenn es nicht gerade 1mm Blech sein soll.
Man braucht auch erstmal nicht viel zum starten.

Kaufen würde ich trotzdem ein WIG-Gerät da die meisten auch als E-Schweißgerät verwendet werden können. Ab 200 Euro geht es da schon los. Die günstigen Geräte reichen für den Hobbybereich meiner Meinung nach aus, könnte das jetzt noch weiter untermauern aber bei Werkzeug sieht das sowieso jeder anders.

Etwas Lektüre hänge ich noch an da steht von Grundlagen bis Details ne Menge zu den Verfahren.
Bei absoluter Ahnungslosigkeit zu jedem Verfahren einmal das "Vorwort" und "Das Verfahren" lesen :wink:
https://www.google.com/url?sa=t&source= ... TcZkHG6Rr4

Gruß Ole
Eriba Touring Triton 1983

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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Feger ETC 421 » 29.02.2020, 07:52

Hm, von Vaddern hat ich nen Elektroden Schweißgerät stehen, inner Firma ham wa Schutzgas stehen und in der weiteren Nachbarschaft iss nen Bekannter mit nem kleinen Schlossereibetrieb, da muss ich dann für alles Andere (Edelstahl, Aluminium, kompliziertes) immer mindestens einen Kasten Bier mitnehmen, allerdings auch bei jedem Zwischenschritt (anprobieren, nochmal drüber reden, Schweißflüssigkeit alle)
So hat nich z. Bsp. die Stoßstange an meinen Auto sechs Kästen gekostet, Material war deutlich unter 30 €....

Will sagen, fürs selber machen irgendein einfaches, preiswertes Gerät. Für alles andere gibt's Leute die es können, für die manche für uns Laien hochkomplizierte Sache ne fünf Minuten Geschichte iss und dafür auch keine horrenden Summen aufrufen.

Ich bin ja auch jemand, der versucht etliches selber zu machen. Wenn das aber alle machen würden, gäbs demnächst keine Spezialisten mehr....

Gruß, der Feger
Neuerdings unterwegs mit einem Dethleffs Tourist HD 460 V
In Touringsprache könnte er ein "Titan lmt" sein

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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von zeeber » 29.02.2020, 08:19

Ein Kasten Bier zu kaufen ist zwar einfacher und schneller als sich selber damit zu beschäftigen, aber ich habe die Disposition die Dinge lernen, verstehen und selber machen zu wollen.
Letzte Woche habe ich das Schweißen mit Schutzgas gelernt (rudimentär). Erst 8mm Stahl geschweißt, später Röhrchen mit 0,9mm Wandung.
Ein Freund hat Profi Werkzeuge, kann schweißen und es auch vermitteln.
Mit ein wenig Gefühl fürs Material wurden im Laufe des Tages die Ergebnisse immer besser. Die ersten Ergebnisse haben allerdings die Schruppscheibe kennengelernt.

@Feger,
Dein letzter Satz ist richtig, aber leider sind mir viele "Spezialisten" nicht gut genug.
An unsere Fahrzeuge lass ich z.Bsp. keine Automechaniker mehr.
Die negativen Erfahrungen haben bewirkt das das bei uns für fast alle Gewerke gilt.

Gruss Stefan

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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 29.02.2020, 19:29

Hallo zusammen,

jetzt also mal meine Meinung zur Sache. So ein bisschen graue Theorie im Hintergrund schadet sicher nicht. Sicher ist beim Schweißen sehr viel Übung dabei, aber ohne die Theorie zu kennen, macht man gerade als Anfänger zu viele Fehler, die man vielleicht nicht einmal bemerkt.

Autogen- oder Gasschmelzschweißen, also ohne Strom :

Als Ausstattung braucht man je eine Flasche Acetylen und Sauerstoff, Druckminderer, Flammschlagsicherungen, ein Schlauchpaket, einen Brennerkasten, eine einfache dunkle Schweißerbrille und ein Bündel Schweißdraht. Bei Neukauf sind da mit den Flaschen geschätzt etwa 800 Steine fällig. Die Gasflaschen sind Gefahrgut und erfordern eine gewisse Vorsicht beim Umgang. Wenn die Flasche mit dem Acetylen umfällt, kann es zur Gaszersetzung kommen und die Flasche explodiert eine Zeit später :shock:

In der Praxis ist das Verfahren, von eventuellen Spezialanwendungen abgesehen, nicht mehr Stand der Technik. Im Vergleich dauert das ewig, die Kosten sind hoch (Nachfüllung der Gasflaschen) und man bringt sehr viel Wärme ins Werkstück und hat Probleme mit dem Verzug.

Lichtbogenhandschweißen oder Elektrodenschweißen, also elektrisch

Da braucht man nur einen Schweißtrafo, einen Schlackenhammer, einen Schweißerschild und ein Päckchen Elektroden. So ein Starter-Kit habe ich vor zwei Jahren letztendlich verschenkt, als ich den Haushalt meines Vaters aufgelöst habe, da wollte niemand Geld für geben......
Das Ganze war natürlich uralt, hat aber noch einwandfrei funktioniert. Die alten Trafos sind eher für 380 Volt gedacht und sackeschwer, deswegen will die keiner mehr haben. Wenn man eine entsprechende Steckdose in der Werkstatt hat, ist das kein Thema.

Also zum Einstieg optimal, wenn da nicht die Nachteile des Verfahrens wären:

Da fliegen die Funken (Brandgefahr), das es eine Pracht ist ! Damit die Schweißnaht vor Sauerstoff geschützt wird, brennt die Umhüllung der Elektrode ab und bildet eine Schlacke, die die Naht schützt. Das raucht natürlich gewaltig und und stinkt wie die Pest. Damit die Werkstatt nicht abfackelt und man sich keinen Lungenschaden holt, macht man das am besten im Freien.

Die Schlacke ist ein Problem für sich, die hängt immer da, wo sie nicht sein soll, nämlich mittenmang in der Schweißnaht. Gerade beim Heften ist das immer wieder ein Problem. Dünne Bleche kann man mit Viel Übung schweißen, aber da ist das Verfahren auch nicht mehr Stand der Technik. Abseits dieser Probleme mache ich das gerne bei Materialstärken ab 4 mm, weil es so einfach ist und die vom Opa geerbten Elektroden nichts kosten.


MAG oder Metall-Aktiv-Gas-Schweißen, das ist das, wo die meisten dran denken, wenn sie Schutzgasschweißen sagen

Hier braucht man einen passenden Schweißtrafo mit Brenner, eine Buddel Mischgas, einen Druckminderer, eine Rolle Schweißdraht und ein Schweißerschild. Moderne Geräte gehen auch mit 230 Volt, preislich würde ich da den Einstieg bei 500 Euro neu ansetzen.

Damit kann man Stahl von roundabout 0,5 bis 4 mm Dicke schweißen, wenn man mal von einem 230 Volt Gerät ausgeht. Dickere Materialien brauchen mehr Dampf, da ist dann ein 380 Volt Gerät anzuraten. Handhabung ist einfach, man hat eine Pistole in der Hand, die hält man dahin, wo man schweißen will, drückt auf den Abzug und das Ganze geht los. Die andere Hand bleibt frei, damit hält man den Schweißerschild oder das Werkstück beim Heften. Ohne Schutzschild heften sollte man nicht zu oft, das gibt einen ganz üblen Sonnenbrand :mrgreen:

Da fliegen auch die Funken und es raucht, aber lange nicht so heftig wie bei den Elektroden. Das geht auch in der Werkstatt, wenn nicht gerade überall die ölgetränkten Putzlappen rumliegen. Das Verfahren ist relativ einfach zu erlernen und für mich die erste Wahl für den Anfänger. Ein weiterer Vorteil ist, dass man auch in den Zwangslagen gut arbeiten kann. Zwangslage ist, wenn man sich die Schweißnaht nicht so auf die Werkbank legen kann, dass man gut beikommt, sondern da schweißen muß, wo die Naht halt eben ist.

Für Stahl nimmt man Mischgas aus 72% Argon und 18% CO2, das CO2 ist aktiv und sorgt für eine gute Durchmischung der Schweißschmelze, deswegen MAG. Nimmt man stattdessen reines Argon, nennt man das ganze MIG-Schweißen, wegen Metall-Inert-Gas. Angeblich geht das für Edelstahl, aber da liegt IMHO kein Segen drauf.

WIG oder Wolfram-Inert-Gas-Schweißen

Ausstattung auch hier: Ein Trafo mit Brenner, ein paar Wolframelektroden, eine Buddel Gas mit Druckminderer, ein Bündel Schweißdrähte und ein Schweißerschild. Das geht auch so ab 500 Euro los, aber statt dem einfachen Handschild ist ein elektronisches Schild für 100 Euro aufwärts fällig, da man für WIG beide Hände braucht.

In der einen Hand hat man denn Brenner mit der Wolframelektrode, der macht die Wärme, also wie Autogen, aber halt elektrisch und viel präziser. In der anderen Hand hat man den Schweißdraht und dosiert nach Belieben. Da sind wir in der Königsklasse angekommen. Da geht Stahl, Edelstahl und, wenn der Trafo DeLuxe auch Wechselstrom kann, sogar Aluminium.

Jetzt bleibt natürlich nur die Frage, warum man nicht alles damit macht :shock:

Im Vergleich zum MAG dauert es einfach länger, und wenn man dickere Materialien (ab 4 mm) schweißen will, ist ein sacketeurer wassergekühlter Brenner fällig, das Ding wird sonst schnell so heiß. dass man sich die Flossen verbrennt. In der einen Hand den Brenner und mit der anderen Hand den Draht dosieren, das erfordert eine Menge Übung, das lernt man nicht so schnell wie das Pistole-hinhalten-abdrücken beim MAG. Zwangslagen sind schwierig, Brenner, Draht, beide Hände und dann auch noch den Kopf so hinhalten, damit man was sieht........

Und das ewige Problem ist die Wolfram-Elektrode : Die wird piekse-spitz angeschliffen (außer bei Alu) und hat bei der Arbeit etwa ein bis drei Millimeter Abstand zum Schmelzbad, dem Werkstück und dem Schweißdraht (alles gleichzeitig !!!) . Einmal Feindberührung wegen Zitterhand und die Spitze ist hinüber. Also anhalten, Wolframelektrode ausbauen (Gott ist die heiß) und frisch anschleifen..........

So, da habt ihr eine launige, unvollständige und sicher nicht umfassende Meinung.
Die letze Wahrheit ist das sicher nicht, aber um die absolut Ahnungslosen aufzuschlauen oder eine Diskussion zu starten, sollte das reichen.

Gruß von der Schweißerlaus
Mike
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Roman » 29.02.2020, 20:26

Danke. Jetzt bin ich im Bilde. Spricht alles für MAG.
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Dr King Schultz » 29.02.2020, 22:23

Wie ich schon schrieb fand ich damals MAG auch deutlich am einfachsten. Wie von der Schweißerlaus beschrieben, draufhalten und abdrücken, irgendwas zusammenheften ist sehr einfach. Für vernünftige Nähte braucht es trotzdem Übung und Gefühl in der Hand. Wichtig ist auch immer ein vernünftig eingestelltes Gerät, dazu gibt es auch viele Infos in dem von mir verlinkten Schweißlexikon.

Ich habe nur gedacht MAG wäre am teuersten für den Einstieg aber das habe ich wohl überschätzt, nimmt sich tatsächlich nicht viel zu WIG, daher sicher ne gute Wahl das Verfahren :thumbs:


Der Vollständigkeit halber, ich denke Elektroden schweißen ist sehr interessant für einen anderen Bereich. Leute die mit dem Gerät oft mobil sein wollen und auch viel draußen schweißen haben da zwei große Vorteile. Zum einen Brauch man kein Gas wodurch das Gerät sehr kompakt und leicht ist und zum anderen hat man weniger Probleme mit Wind und Wetter. Bei WIG zum Beispiel muss man da das Schutzgas schon deutlich weiter aufreißen und günstig ist das nicht.


Hephaistos hat geschrieben:
29.02.2020, 19:29
Einmal Feindberührung wegen Zitterhand und die Spitze ist hinüber. Also anhalten, Wolframelektrode ausbauen (Gott ist die heiß) und frisch anschleifen..........
Ja ich stand oft am Schleifstein :lol: Besonders Zwangslage....
Kleiner Tip, wenn man die Elektrode von beiden Seiten anschleift muss man halb so oft laufen und etwas Trennspray an der Elektrode hilft auch hätte ich das Gefühl

Gruß Ole
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