Schweißen lernen - womit?

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Hephaistos
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 01.03.2020, 08:56

Dr King Schultz hat geschrieben:
29.02.2020, 22:23
Kleiner Tip, wenn man die Elektrode von beiden Seiten anschleift muss man halb so oft laufen und etwas Trennspray an der Elektrode hilft auch hätte ich das Gefühl
Das beidseitig Anschleifen reduziert zwar die Anzahl der Gänge zum Schleifbock, dafür gehen aber die Nadel-Halter-Spannzangen schneller kaputt. Durch die Hitze wird die Elektrode rauh, und diese Stelle zieht man dann ständig durch die Spannzange, welche dann abnutzt und irgendwann nicht mehr hält. Man zieht immer stärker fest und irgendwann ist der Brenner kaputt. Ich habe die Elektrode nur an einer Seite spitz, die andere ist halbrund für bessere Montage. Stattdessen einfach 10 einseitig spitze Nadeln im Vorrat halten, die sind dann wenigstens kalt, wenn es zum Schleifbock geht.

Gestern habe ich noch vergessen, die wesentlichen Vorteile vom WIG-Schweißen zu erwähnen.
Es muss ja einen Grund haben, warum ich das Verfahren bevorzuge und als Königsklasse bezeichne:
  • Kein Funkenflug, also extrem geringe Brandgefahr und keine Schweißerläuse :wink:
  • Fast kein Rauch, wenn die Werkstücke sauber sind.
  • Man kann ohne Zusatzwerkstoff arbeiten und die Teile einfach zusammenschmelzen.
  • Es sind extrem kleine Hefter möglich, die man ohne Probleme überschweißen kann.
  • Man kann auch sehr kleine Werkstücke schweißen, ich habe schon Sachen auf der Schweißplatte befestigt, weil sie das Schutzgas sonst weggeblasen hätte :D
  • Man kann sehr gut auftragen und modellieren, das ist schick, wenn man zwei Teile verbinden will, die eigentlich nicht zusammenpassen. Am Ende geht man noch einmal ohne Zusatz drüber und glättet die Oberfläche.
  • Die WIG-Trafos können fast alle auch Stab-Elektroden, da ist man für den mobilen Einsatz bestens gerüstet.
  • Es gibt sogar WIG-Trafos, an die man einen Plasmaschneider anschließen kann. Hat sich ein ehemaliger Kollege gekauft, aber ich hab das Gerät nie probiert.
Einen Nachteil habe ich auch vergessen: Verzinkter Stahl geht nur sehr begrenzt, weil man mit reinem Argon schweißt und das Zink nicht wegbrennt. Aktivgas geht nicht, weil das CO2 die Wolframelektrode angreift, das merkt man sofort, wenn man mal die Falsche Buddel angeschlossen hat.
Verzinkt geht mit MAG ganz gut, so lange man die Dämpfe nicht einatmet. Das geht schneller, als man denkt, die Folge ist eine Vergiftung, in Fachkreisen auch Zinkfieber genannt.

Ole hat schon recht, mit den Stab-Elektroden ist man am mobilsten. Für mal schnell das Gartentürchen reparieren ist das perfekt, vor allem brennen die Elektroden auch durch Zink und Farbreste. Tragbare Elektrodentrafos gibt es mittlerweile sogar mit Akku, da entfällt das Kabelziehen ganz.

Womit wir beim leidigen Thema Kabelziehen wären:

Elektroschweißen an einer normalen 230 Volt / 16 Ampere Schukosteckdose ist mit 3,3 Kilowatt maximal leistungsmäßig immer auf Kante genäht.
Das wird bei modernen Geräten immer besser, aber die Grenzen der Elektrotechnik sind fix.
Lange Leitungen in der Hausinstallation und dann noch eine 50 Meter Kabeltrommel hintendran vertragen sich nicht, da denkt man dann schon, das der Trafo einen Schaden hat. Geräte für 380 Volt sind da natürlich um Längen besser, aber die 380 Volt Steckdosen sind nicht immer verfügbar. Es gibt Geräte, die können beides, aber das ist eher selten. In der alten Wohnung konnte ich in der Werkstatt nur Kleinkram schweißen, bei den 3,5er Stab-Elektroden ist spätestens nach der zweiten die Sicherung geflogen.


So, das sollte zum Thema Verfahren reichen........

Gruß
Mike
Troll 530 "Océane" & VW Caddy 4-motion 2.0 tdi

Hephaistos
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 01.03.2020, 10:32

So, jetzt hat sich unser ahnungsloser Anfänger für eines von den zur Auswahl stehenden Verfahren entschieden und macht einen entsprechenden Schweißkurs.

Dort lernt er dann die Grundlagen, die nötige Theorie und macht ein paar praktische Übungen.
Auch das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gehören dazu, das geht nicht ohne.
Das Wichtigste ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
  • Keine freie Haut zeigen: Mir ist mal der Ärmel von der Jacke aus dem Handschuh gerutscht, als ich einen Behälter aus 8mm Stahl geschweißt habe. Wie ich gemerkt habe, dass der Arm ganz komisch warm wird, war das schon zu spät, ich hatte den Sonnenbrand meines Lebens :evil:
  • Man sollte auch nicht ohne Schweißschild in den Lichtbogen schauen, das schädigt die Augen und ist sehr unangenehm.
    In Fachkreisen nennt man das "verblitzt". Das gemeine ist, dass man das erst in der Nacht nach der Verblitzung merkt, eine Bindehautentzündung ist dagegen vergleichsweise harmlos :shock:
  • Keine Kleidung aus Kunstfaser tragen, der Ausruf "Ich glaub, Dir brennt der Kittel" kann sonst ganz schnell seine wörtliche Bedeutung erlangen :mrgreen: Der Schweißer trägt Baumwolle, Leinen oder Leder ! Eine lederne Schweißerschürze ist die halbe Miete !
  • Achtung, die Gasflasche mit dem Schutzgas ist Gefahrgut. Wenn die umfällt und das Ventil abbricht, fliegt die durch die Gegend wie eine Rakete und kann auch mal Wände durchschlagen. Ein Bekannter hat mal eine fliegende Gasflasche aufs Bein bekommen und hat sich den Knochen zertrümmert. Also erst gegen Umfallen sichern und dann die Schutzkappe abmontieren.
  • Die Werkstücke sind nach dem Schweißen natürlich sehr heiß, gerade der Anfänger unterschätzt das gern. Also immer Handschuhe tragen ! Die Handschuhe für WIG aus dem Fachhandel sind sehr angenehm und nicht ganz so dick. Wenn man die gut mit Lederfett behandelt, kann man damit auch kleine Dinge greifen.
  • Achtung mit den Schweißerläusen ! Das sind Tropfen aus flüssigem Metall, die dem Schweißer in die Kleidung fallen. Immer gut einmümmeln, hohe Schuhe oder Stiefel tragen und die Hose drüberziehen. Mir ist mal ein Gluttropfen in den Schuh gefallen, der hat sich bis auf den Knochen durchgebrannt und ich musste zwei Wochen humpeln.
  • Schweißrauche nicht einatmen und für gute Belüftung sorgen. Gerade bei den Stabelektroden oder verzinktem Stahl ist das LEBENSWICHTIG !
  • Wegen dem Funkenflug hat man schnell mal Brandstiftung betrieben. Also immer alles Brennbare entfernen, einen Feuerlöscher bereithalten und nach getaner Arbeit in Ruhe zwei, drei Bierchen in der Werkstatt schlabbern. Das Schlimme ist der vergessene Putzlappen unter der Werkbank, der einen Funken abbekommt, aber erst nach zwei Stunden anfängt zu brennen.
Das ist jetzt wirklich ohne Anspruch auf Vollständigkeit !

Es geht mir nur darum, dem ahnungslosen Anfänger aufzuzeigen, worauf er sich einlässt. Schweißen ist schon etwas Anderes, als sich ein schönes, hölzernes Gewürzregal zu basteln :shock:

Haben wir diese Klippen erst einmal umschifft kommen jetzt die Dinge, die man im Schweißkurs nicht oder nur ansatzweise lernt:

Zuerst ist die saubere Vorbereitung der Schweißung essentiell.
Wer schon Grundkenntnisse in der Metallverarbeitung hat, ist hier klar im Vorteil.
Wenn die Teile nicht passen, kann auch der geübte Schweißer keine saubere Arbeit mehr abliefern :shock:

Die Teile legt man nicht einfach stumpf aneinander, dort wo später geschweißt werden soll, ist die sogenannte Schweißnahtvorbereitung fällig.
Je nach Situation lässt man einen kleinen Spalt zwischen den Teilen oder fast eines oder beide Teile entsprechend an.
Ohne die Nahtvorbereitung legt man nur eine Naht obendrauf, die nicht richtig halten wird :shock:
Nur mit entsprechender Vorbereitung kann man durchschweißen und eine haltbare Verbindung erzielen !

Danach werden die Teile zusammengeheftet.
Zu viele und zu dicke Hefter kann man nicht mehr durchschweißen und das Ganze wird unschön...........
Zu wenige und zu kleine Hefter reißen beim Schweißen ab und das Ganze ist hinterher krumm wie Hund..........

Da ist die goldene Mitte nötig, das kann man nicht im Kurs lernen, das geht nur mit Übung und Erfahrung :mrgreen:

Hat man diese Klippe auch umschifft, unser ahnungsloser Anfänger ist ja hoffentlich willig und lernfreudig, kommen wir jetzt in das wahre Tal der Tränen, dem sogenannten Schweißverzug !

Was vor dem Schweißen gerade war, ist es danach prinzipiell nicht mehr.
Man bringt Wärme ins Werkstück ein und schmilzt es teilweise auf.
Wenn das Ganze wieder abgekühlt ist, nimmt es einfach eine andere Form ein als vorher, das ist einfach so.

Natürlich kann man was dagegen machen, aber dazu muss man tief in die Trickkiste greifen:
  • Verzug vorahnen, Teile schief anheften und darauf wetten, dass sie nach Abkühlung gerade werden.
  • Schweißnähte aufteilen und über Kreuz schweißen, und darauf hoffen dass sich die einzelnen Verzüge aufheben.
  • Teile vorspannen, also beim Schweißen krummbiegen, und so dem Verzug entgegenwirken.
  • Flammrichten mit dem Schweißbrenner : stellenweise bis zur Rotglut erhitzen, und hoffen, das es danach wieder gerade wird.
  • Rohe Gewalt und viel Gefühl: Mal richtig mit dem Vorschlaghammer draufhauen, das muss man sich trauen und kontrollieren können.
  • So schnell und mit so viel Strom schweißen, wie man es hinkriegt: Das hilft viel, aber da braucht man Übung...........
  • Flexibel sein: auftrennen und nochmal schweißen.........
Wie ich das alles gelernt habe, war das Thema mit dem Schweißverzug das, was mir die meisten grauen Haare beschert hat.

Womit wir wieder am Anfang wären, nämlich bei Romans (was macht eigentlich die Rollei ?) Winkeleisenrahmen:
Die größte Hürde sehe ich darin, das so zu machen, dass die Rahmen hinterher winklig und eben sind.

in diesem Sinne
Mike
Troll 530 "Océane" & VW Caddy 4-motion 2.0 tdi

simon15zolltriton
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von simon15zolltriton » 01.03.2020, 10:45

Oldtimer Markt hat einen Schweißgeräte Test online. Bei Bedarf kann ich das PDF per PN versenden.
Grüße Simon
Triton M von 1975, irgendwann auf Triton BST umgebaut. Aktuell als Triton BS mit Stockbetten das rollende Hotel einer 6-köpfigen Familie.
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Roman » 01.03.2020, 11:52

Ich glaube, eines habe ich gelernt: Der Schweißerkurs ist der richtige Start für den Weg.

Die kleine Rollei steht neben der großen Rollei, einer zweiäugigen Rolleiflex, im Regal und macht einen guten Eindruck. Mein Keller ist ungeheizt und nicht isoliert, im Sommer dazu noch feucht. Zum Schweißen OK, aber kein Ort, wo man sich gerne stundenlang vor einen Vergrößerer stellt.
Achte immer auf den Horizont!

zeeber
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von zeeber » 01.03.2020, 13:36

Danke Mike für die sehr umfangreichen Erläuterungen und die Arbeit die Du Dir damit gemacht hast.

Ich als "Schweißniete" hatte einen Automatikhelm zur Verfügung bei dem sich die Scheibe erst beim schweißen sofort verdunkelt.
Das hat das Arbeiten sehr erleichtert.
Da ich fast nie Handschuhe trage, auch als ich vor 3 Jahrzehnten mal 6 Wochen einen Schmiedekurs gemacht habe, haben ich die Hitze des Stahls nach den einzelnen Schweißgängen deutlich gespürt.
Wer da nicht aufpasst kann sich Verbrennungen von Grad 1-3 zuziehen.
Schweißen hat schon was elementares, werde das wenn erforderlich mit Freude wieder machen.

Unterschätze aber die Gefahren beim "Gewürzregal" bauen nicht....die Abrichte und Tischkreissäge sind gerade bei kleinen Werkstücken nicht ungefährlich. Bei jeder handwerklichen Tätigkeit lauern Gefahren.
Wie oft ich mir schon an der großen Bandschleifmaschine die Haut an den Fingerknöcheln runtergeschliffen habe oder das Stecheisen in die Hand gerammt habe, kann ich nicht zählen, und ich sollte wissen wie es geht.

Gruss Stefan

trolloholic
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von trolloholic » 01.03.2020, 19:38

@Hephaistos

sehr g..le Fleißarbeit :thumbs:
Da weiß jemand, wovon er schreibt...

schönen Abend!
trolloholic
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"Find what you love and let it kill you."

familiafreund
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von familiafreund » 01.03.2020, 23:40

@Hephaistos ( wenn der nicht weiß wie‘s geht) danke für die tolle Einführung.
Also doch nach einem Kurs schauen, antikes Mag mit Flasche und Automatikhelm sind
vorhanden, Grüße Frank

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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von stormy_weather » 02.03.2020, 08:30

Eine Fleißarbeit, gut, aber es geht schon auch einfacher...

Von den drei Verfahren Autogen, Schutzgas und Elektrodenschweißen fällt Autogen erstmal raus, weil es wirklich handwerklich nicht einfach ist, dafür braucht es kundige Anleitung oder wirklich einen Kurs. Aber es ist eine schöne Kunst, eine von einem Könner gemachte autogene Schweißarbeit ist etwas Feines.

Schutzgas und Elektrodenschweißen sind beide handwerklich einfach, das hat man schnell raus, eine Schutzgas Ausrüstung kostet aber viel mehr als ein Schweißtrafo. Mein Rat also, besorg Dir einen kleinen Schweißtrafo und probier es aus (oder leih Dir meinen...).

Im Innenraum allerdings wirklich nur im Notfall, der Rauch ist eklig.

Gruß,

Sven
Ik wou dat ik twee hondjes was,
dan kon ik samen spelen.
(Godfried Bomans)

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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Dr King Schultz » 02.03.2020, 10:17

Naja Mike hat das ja hier allgemein alles aufgeführt um jedes Verfahren mal genauer zu erklären, der zweite Teil Grundlagen gilt für alles, dafür auch von mir :thumbs:

Im Prinzip hat jedes Verfahren seine Vor- und Nachteile, die große Frage ist doch erstmal was möchte man wie und wo zusammenbraten bzw. in Zukunft noch so versuchen oder erreichen. Und zuletzt, wie schnell will ich mir das beibringen.

Über Autogen spricht hier keiner und ist in der Auflistung ehr der vollständigkeit halber drin, Mike schreibt ja auch "In der Praxis ist das Verfahren, von eventuellen Spezialanwendungen abgesehen, nicht mehr Stand der Technik."

Das dritte Verfahren was in frage kommt ist WIG, dies ist nur am schwersten zu lernen.

So teuer ist eine Schutzgasausrüstung auch nicht, ich hatte mich da auch verschätzt und ehr zur Elektrode geraten. Mit Schutzgas wird man aber am schnellsten zurechtkommen.

Gruß Ole
Eriba Touring Triton 1983

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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 02.03.2020, 19:35

Ich hab auch mal ein bisschen in der Bucht geschaut, wie die Preise für die Schweißtrafos heute so liegen.

Bevor ich das vergesse: Schweißtrafo sag ich halt so, ein Trafo ist aber offiziell noch so ein olles, sackeschweres Ding mit einem echten Transformator drin, also fette Kupferwicklung auf Eisenkern. Das ist heutzutage nicht mehr Stand der Technik, jetzt ist alles vollelektronisch, viel kleiner und leichter und besser in der Anwendung. Um den Unterschied zu betonen, nennt man das INVERTER.

Mein MERKLE 160 Ampere WIG/Elektroden-Inverter ist jetzt auch schon über 20 Jahre alt (damals war das Wort Inverter neu) und hat mit Schlauchpaket, Druckminderer und einer 10-Liter Argonflasche 2500 Mark gekostet. Und das war noch ein absoluter Kampfpreis ! Wenn man das mal in Weißbier umrechnet, waren das 1000 Stück (das reicht sogar für Bukowski ´ne Weile) zu je zwei Mark fünfzig, damaliger Kneipenpreis hier in der Ecke. Also nach heutigen Weißbierkurs rund 4000 Euro :mrgreen:

Von der Leistung vergleichbare Geräte mit umfangreichen Zubehörsatz gibt es jetzt ab so 500 bis 600 Euro (und das ist nicht das Billigangebot, das liegt bei 300). Das ist wohl dem allgemeinen Preisverfall bei den elektronischen Sachen geschuldet. Das ist jetzt vielleicht ein China-Gerät, aber unsere geliebten Smartphones kommen ja auch fast alle aus China.

Ich hab sogar ein MIG / MAG / WIG = TIG / MMA = Elektroden - Kombigerät gefunden für schlappe 400 Tacken. Ne Flasche und ein bisschen Zubehör, und es ist alles da, was das Herz begehrt, wenn das Gerät was taucht.

Die elektronischen Schweißerhelme gehen ab 30 Tacken, mein Erster hat damals 400 Mark gekostet :evil:

Aber auch wenn die Anschaffungspreise zum Einstieg verführen, sind es immer noch die altbekannten Verfahren mit all ihren Tücken, wie ich sie beschrieben habe :shock:

Auf die nächste technische Entwicklungsstufe, das vollautomatische-Superman-Laserblick-Schweißen werden wir noch eine Weile warten müssen :mrgreen:
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von trolloholic » 02.03.2020, 20:23

Immer wenn unser Troll rumzickt, kommt mir C. Bukowski in den Sinn:
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 02.03.2020, 20:47

@trolloholic:

Der Kenner der Materie sieht es auf den ersten Blick:
Das Dingens, was der Jeff in der Hand Hält, ist kein Schweiß- sondern ein SCHNEID-Brenner.........

SCNR
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von trolloholic » 02.03.2020, 20:57

Hephaistos hat geschrieben:
02.03.2020, 20:47
Jeff in der Hand
ja, mit dem Schneidbrenner hat er die Wunde gereinigt
und in der linken Hand hält er den Schweißbrenner.
Einen digitalultraSteptrockenZwirbel-Brenner mit 0.8er Düse (die hat Linksgewinde!)

:ALAAF:
Immer wenn unser Troll rumzickt, kommt mir C. Bukowski in den Sinn:
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von Hephaistos » 02.03.2020, 21:10

Ja, lass Gut sein mit der Linksgewindedüse, Du Sägewerksbesitzer !

Einen wertvollen Tip für Anfänger und Fortgeschrittene habe ich noch:

Wenn man wissen will, ob man die gerade eben geschweißten Teile anfassen kann, geht man wie folgt vor:

Ringfinger oder Mittelfinger der linken Hand (Beispiel gilt für Rechtshänder, Linkshänder natürlich andersrum) feucht anlutschen und Teil kurz antippen. Sofort den Finger wieder wegziehen !
Wenn das zischt und eine Sekunde nach dem Wegziehen wehtut, hat das Teil gerade eben nicht mehr sichtbar geglüht :mrgreen:

Die daraus resultierende Verbrennung ist nicht allzu schlimm und die wichtigeren Finger (Zeigefinger und Daumen) bleiben unbeschädigt :wink:
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Re: Schweißen lernen - womit?

Beitrag von trolloholic » 02.03.2020, 21:17

Hephaistos hat geschrieben:
02.03.2020, 21:10
Ringfinger oder Mittelfinger der linken Hand (Beispiel gilt für Rechtshänder, Linkshänder natürlich andersrum) feucht anlutschen und Teil kurz antippen. Sofort den Finger wieder wegziehen !
Wenn das zischt und eine Sekunde nach dem Wegziehen wehtut, hat das Teil gerade eben nicht mehr sichtbar geglüht :mrgreen:

Die daraus resultierende Verbrennung ist nicht allzu schlimm und die wichtigeren Finger (Zeigefinger und Daumen) bleiben unbeschädigt :wink:
einfach drauf spucken wäre sicherer :!:
(netter side effect: Man muß auch nicht die Bierflasche aus der Hand nehmen.)
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