Diaabend 2013: Portugal

Reisen, Urlaub, Campingplätze
Roman
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Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von Roman » 20.10.2013, 23:51

Diaabend 2013: diesmal Portugal

Draußen regnet es, die Hoffnung auf goldene Herbsttage müssen wir zwar noch nicht völlig begraben, aber trotzdem scheint es die richtige Zeit, zum dritten Diaabend einzuladen. Außerdem sieht es so, als dass dies die letzte Reise unseres wackeren Kangoos mit uns gewesen war, da der TÜV der Beziehung kein OK mehr geben will. Darum soll dies auch vielleicht ein finales Denkmal für unseren tapferen Touring-Schlepper werden.

Für Neuleser, wir sind eigentlich eingefleischte Kroatienfahrer. Insgesamt sind wir sechs Mal dort gewesen, von Istrien bis ganz im Süden, Korcula, Lastovo, Molunat kurz vor Montenegro. Die Diaabende 2011 und 2012 erzählen davon. Zweimal haben wir die Kroatien-Reihe unterbrochen mit Reisen durch Frankreich. Insbesondere die letzte 2011, von Bordeaux hoch in die Bretagne, empfand ich persönlich als enttäuschend. Ich konnte den Hype um die Atlantikküste nicht nachvollziehen. Gerade in Kölner bildungsbürgerlichen Kreisen gilt die als chique, das Mittelmeer dagegen eher ordinär.

Nun wurde aber immer nur Kroatien mit der Zeit langweilig. Aber wohin sonst in der Hauptsaison – wenn man es warm haben möchte und möglichst ohne Niederschläge? Italien unbezahlbar, Griechenland weit oder teuer durch die Fähre, ebenso die Inseln, Korsika, Elba, Sardinien, und wie sie alle heißen. Die spanische Mittelmeerküste eher wenig reizvoll. Meer musste schon sein, denn ein 10 und ein 12jähriger fahren mit.

Wir haben schon lange mit Portugal geliebäugelt, weil Freunde immer davon geschwärmt haben. Nun liegt Portugal leider am Atlantik und ist außerdem verdammt weit. Aber trotzdem, den letzten Ausschlag für Portugal hat dann die grandiose Fotosstrecke von Christian G gegeben. Da wollte ich auch hin! Natürlich nicht bis nach Marokko, aber die portugiesischen Ziele reichten schon. Nun, Christians Ziele haben wir nicht erreicht, es sind, wie zu erwarten, ganz andere geworden, aber das macht ja nichts.

Ich lade darum ein zum Diaabend 2013. Das soll – wie immer – keine Exklusivpräsentation unserer Urlaubsreise werden. Wenn ich das wollte, würde ich einen Blog aufmachen. Off Topic ist also Programm, die Reise vorbei, die Erinnerungen dicken langsam ein, aber der Thread sei völlig offen, vollkommen frei, wohin er sich bewegt. Und wenn niemand was einfällt, auch gut, erzähle ich eben alleine weiter.

Besser wird er dadurch aber nicht. :wink:
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Re: Diaabend 2013: Der Start und die Story

Beitrag von Roman » 20.10.2013, 23:55

Der Start und die Story

Meine Reiseschreibe leidet diesse Mal unter einem Problem. Die dicke Story findet ganz am Anfang statt, was dem Spannungsaufbau natürlich nicht sehr förderlich ist. Aber gut, das Diktat der Chronologie kann man schlecht umgehen, außerdem kennen die meisten einen Teil davon schon.

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Samstag, wir schreiben den 20. Juli 2013. Freitag musste ich noch arbeiten, wir haben es ruhig angehen lassen, Wohnwagen gepackt, Karre gepackt, Wohnung klar gemacht, gegen 12.30 Uhr ging es los auf die große Reise 2013. Oder sollte es zumindest.

Die Geschichte mit dem abgefallenen Rad kennt mancher hier schon, aber nur in groben Zügen, die pikanten Details und die ganze Story gibt es erst jetzt hier exklusiv:

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Nach google maps sind wir genau 1,5 Kilometer gekommen, da bemerkte meine Frau komische Geräusche, der Troll ließ sich so schwer ziehen, nach 20 Metern hielt sie an. Genau vor einem Eingang des Melatenfriedhofs. Für Nichtkölner, der Melaten ist DER Kölner Friedhof, fast jeder Kölner von Rang und Namen liegt hier.

Rad ab. Meine Frau jauchzte auf, wie froh sie sei, dass das noch hier passiert ist – und nicht auf der Autobahn in Frankreich mit hundert Sachen, oder in Portugal. Tja, da kam die ADAC-Plus Mitgliedschaft ja schneller zum Tragen als gedacht. Die Dame an der Hotline hat eine Weile gebraucht, um den Sachverhalt zu verstehen. Ja, ein kleiner Wohnanhänger, und ja, das Rad ist abgefallen. Ob wir einen Abschleppdienst bräuchten? Ja, wir brauchen vermutlich einen Abschleppdienst, so mit abpem Rad. Gut, Abschleppdienst geordert, es könne ein paar Stunden dauern. Ich war wie benommen, fühlte mich wie im Film – dabei sollte der erst richtig anfangen.

Mein einer Sohn war so enttäuscht und geschockt, dass er sich ein Stückchen im Friedhof auf eine Bank gesetzt und geweint hat. Da kam ein altes Mütterchen und hat ihm über den Kopf gestreichelt mit den Worten: „Ja, ja, das Leben kann hart sein!“ Ich vermute, sie hat den Kummer in einen anderen Zusammenhang gesetzt.

Kaum war das Handy aufgelegt, hielt hinter dem Troll ein alter Polo an und ein Mann stieg aus. Er habe das Malheur von der anderen Seite aus gesehen, das sei ja schlimm, da müsse er natürlich sofort helfen. Gesagt, getan, packt er aus dem Polo allerlei Werkzeug aus, unter anderem einen kapitalen hydraulischen Wagenheber und einen elektrischen Radmutternfestzieher, betrieben mit 12 Volt aus dem Zigarettenanzünder. Das habe er immer dabei, man wisse ja nie... Klar, man weiß ja nie, so ein Trollrad fällt schon mal ab… Der gute Mann legte eine gewisse sonderbare Hektik an den Tag. Er erklärte mir, der Wagenheber müsse unbedingt unter dem Achsschenkel angebracht werden. Ich wies ihn noch auf den stabilen und nicht federnd aufgehängten Vierkant vor der Achse hin, aber davon wollte er nichts wissen. Man müsse am Federbein ansetzen, viele machten das falsch. Aha, nun gut.

Dann fing er an den Troll hochzupumpen. Ein bisschen hecktisch, wie mir schien. Auf einmal ein Rumms - und sehr schrille und sehr laute Schmerzensschreie. Der Troll war vom Wagenheber gerutscht und mit der Aluleiste des Radkastens auf das verkantete Rad gefallen. Und beide Hände unseres Helfers dazwischen eingeklemmt. Ich habe keinen Schimmer, wie man einen hydraulischen Wagenheber bedient und Zeit zum Ausprobieren war auch nicht unbedingt gegeben. Vor lauter Schreck habe ich den Troll ein wenig hochgehoben. Genug, dass er seine Flossen rausziehen konnte. Ich dachte, die sind beide Muß. Deutliche Quetschspuren waren nicht zu übersehen. Super Reisestart. Rad ab, Finger ab…

Aber, nichts da, von Krankenwagen wollte er nichts wissen, fing sofort wieder an den Troll aufzubocken. Diesmal allerdings doch unter dem festen Vierkant. Die Gewinde von Schrauben und Radtrommel waren so im Arsch, dass wir nur mit Mühe drei der fünf hineinbekommen haben. Mutmaßungen wurden angestellt, wie das hat denn überhaupt passieren können. Eine meiner Andeutungen, ein Parkplatz neidender Nachbar wäre nicht ganz auszuschließen, veranlasste ihn sofort die Polizei anzurufen. Jetzt mussten wir nicht auf den ADAC, sondern auf die Streife warten. Man kann sich denken, dass dieser Fall nicht oberste Priorität bei den Kölner Ordnungshütern hatte. Unser Helfer und Anwalt erklärte den Beamtinnen die Sachlage. Die erkannten die menschliche Lage recht schnell, ließen sich die Personalien geben und forderten den armen Helfer auf zu fahren, es gehe alles seinen rechten Gang.

Die Polizistinnen haben mir abgeraten, mit den drei Schrauben nach Hause zu fahren, es läge aber in meiner Entscheidung. Ich habe mich für’s Fahren entschieden. Wir sind ca. 800 Meter gekommen, dann war das Rad wieder ab. Wieder den mittlerweile abbestellten ADAC angerufen. Und – die erste wirklich sinnvolle Entscheidung diesen Tages: unseren KFZ-Meister!

Wir haben ihn knapp vor seinem Samstag-Feierabend, besser Nachmittag erwischt. Meister Breuer kam mit einem Azubi, hatte auch einen hydraulischen Wagenheber dabei – und neue Bolzen. Die Kiste war in Sekunden aufgebockt, die Bolzen drin. Ich solle im Schritttempo in seine Werkstatt fahren, er führe hinterher.

In der Werkstatt hat er alle Gewinde auf den nächst größeren Bolzendurchmesser geschnitten – und zwar von Hand mit Gewindeschneidern langsam in drei Schritten.

Dazu sage ich nur so viel: Es ist ein Genuss, Menschen, die ihr Handwerk verstehen, bei der Arbeit zuzusehen. Die neuen Bolzen und Gewinde haben 6000 Kilometer gehalten.

Darum erlaube ich mir hier mal eine Werbung. Wer eine gute Autowerkstatt in Köln sucht:

HEINRICH REINARTZ GmbH
Thebäerstr. 64
50823 Köln
http://www.kfz-reinartz.de
Inhaber ist Bejamin Breuer.

Ist kein Hinterhof-Schrauber, sondern ein richtiger Betrieb mit Gesellen und Azubis, aber einem technisch kreativen Chef, der Lösungen jenseits von ‚Schmeiß weg – kauf neu!’ findet. Hat einem Bekannten einen alten Motor für den ollen Ford besorgt und mir die spezielle Gasleitung für den Wohnwagenkühlschrank nachgebaut.

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Aber weiter mit der Reise. Rad wieder dran, doch kapitales Loch in Boden und Radkasten. Das kommentierte Meister Breuer: „Naja, in Portugal regnet es ja nicht und jetzt ist die Heizung gut belüftet“. So stand am Nachmittag der Troll wieder - komplett gepackt und mit vollem Kühlschrank - vor unserer Haustür. Die Kinder saßen oben traurig vor dem Fernsehen. Ermutigt von des Meisters Gewindezaubereien habe ich mit dem Hammer das verbeulte Blech mehr schlecht als recht gerade gekloppt und die verbogenen Zierleiste mittels hinterlegter Leisten und Dachlatten irgendwie wieder festgeschraubt. Dahinter ist alles Bruch. Schön ist anders.

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Dann war es uns zu blöd Trübsal zu blasen, haben die Kindern vom Fernseher geholt und im Vertrauen auf des Meisters Gewindeschneidereien (und meine Dachlatten) den zweiten Start gewagt. Man darf dem Schock keine Chance geben sich zu entfalten. Um halbsechs am Abend ging‘s dann endlich los.
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eri ETC 379
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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von eri ETC 379 » 21.10.2013, 12:48

....da tut einem beim Lesen schon alles weh und sehr leid..... :cry:
ich freu mich aber auf deinen Bericht und hoffe sehr, dass die restlichen 6000km erfreulicher ausfallen :)
Gruß eri.
Alle Rechtschreibfehler sind volle Absicht, zusammen ergeben sie eine Botschaft mit der ich versuche die Weltherrschaft an mich zu reißen.
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Roman
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Re: Diaabend 2013: Portugal – erster Tag

Beitrag von Roman » 21.10.2013, 20:56

Zum Glück war das die einzige Katastrophe.

Erster Tag

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Leider mit dabei das schlimmste Gesindel, was ein Kinderzimmer unsicher machen kann. Links, der fette Pinguin, verfressen und verschlagen. Mittig: der dumme Panda. Rechts, Bob, der Kopf der Bande, ein Meereber, verrucht bis ins Mark. Wahrscheinlich haben sie die Schrauben losgemacht.

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Belgien, ach Belgien, naja, Belgien eben.

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Ich hatte die Idee den Navi zu fotografieren erst irgendwo in Belgien um kurz nach acht, wir waren also schon ein paar Kilometer unterwegs. Noch 1865 Kilometer bis zum Ziel unserer ersten Etappe. Ich muss gestehen, das hat mir ein bisschen Angst gemacht und ich habe wohl zum Zeitpunkt des Fotos nicht wirklich daran geglaubt. 1900 Kilometer war letztes Jahr der weiteste Punkt unserer Kroatienreise, Molunat ganz im Süden vor Montenegro, der dritte und weiteste Step nach 2 Wochen Reise. Und das sollte unser erster Punkt sein: Gerês, Portugal. Die Zahl ganz unten, 22:04 bedeutet die Ankunftszeit, also tags drauf um 22:04. Wenn wir durchfahren würden. Die google-Route

Zeit ein paar Worte über unsere Reiseplanung zu verlieren. Erster Punkt also Gerês. Gerês liegt in einem Nationalpark in den Bergen Portugals an der spanischen Grenze. Dort soll es zwei Campingplätze geben, ein ‚normaler‘, und einer nicht für Gespanne erreichbar. Damit schließt auch schon die konkrete Planung. Sonst wollten meine Frau an die Algarve, ich nach Lissabon und Porto und die Kinder nach Kroatien.

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Es wird dunkel über Frankreich und ich kann nicht mehr fotografieren, insbesondere nicht die großartige Fahrt durch Paris. Zum zweiten Mal geht es irgendwann nach Mitternacht durch diese Stadt und ich bin immer wieder begeistert. Auf dem Rückweg war es Tag, da eher ernüchternd.
Zuletzt geändert von Roman am 21.10.2013, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Diaabend 2013: Portugal – zweiter Tag auf der Autobahn

Beitrag von Roman » 21.10.2013, 20:58

Zweiter Tag auf der Autobahn

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In der ersten Nacht sind wir gekommen bis zum aire des Fougurères Irgendwann um halb drei haben wir Schluss gemacht.

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Wer genau hinschaut, wird sehen, wir sind nicht die einzigen, die hier im Touring übernachtet haben. Überhaupt ging mir Frankreich recht schnell auf den Wecker. Tourings ohne Ende. Ich würde sogar sagen, wenn man eine Statistik geführt und die ganzen Möbelkoffer in die einzelnen Marken aufgeschlüsselt hätte, der Touring hätte die Chance auf das meistgefahrene Wohnwagenmodell auf französischen Autobahnen gehabt. Wo bleibt denn da das Alleinstellungsmerkmal? Hier fährt ja jeder Hans und Franz einen Touring!

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Langsam verstehe ich, warum hier so viele Altmitglieder auf den Koffer umsteigen.

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Genug gelabert, noch einen Kaffee und dann weiter.

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Wie es halt auf einer französischen Autobahn so aussieht.

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Französische Rastplätze sind oftmals schöner als die meisten portugiesischen Campingplätze.

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Pflücksalat aus einem Kölner Schrebergartenauf einem südfranzösischen Rastplatz.

Saone, Dordogne, keine Ahnung. Französische Flüsse sind immer unglaublich viel breiter als z.B. der Rhein.

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Es ist abends, halb acht, schon in Nordspanien.

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Zum ersten Mal das Meer. Aber schnell ist es wieder weg.

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Und dann geht es rauf in die Berge

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Wir nähern uns der spanischen Hochebene

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Wir sind auf der spanischen Hochebene. Die Sonne geht unter, Fotografieren geht nicht mehr, aber Fahren, und das tun wir noch eine ganze Weile.
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Re: Diaabend 2013: Portugal - dritter Tag auf der Autobahn

Beitrag von Roman » 21.10.2013, 21:07

Dritter Tag auf der Autobahn

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Die zweite Übernachtung auf der Autobahn, irgendwo auf der Hochebene vor Leon. So richtig kommt die Ödnis dieses Parkplatzes auf dem Bild nicht rüber.

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Weiter geht es.

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Nur noch 387 Kilometer.

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Die Landschaft ist, sagen wir mal, unaufgeregt.

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Tanken und Einkaufen.

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Der Troll hat Freunde gefunden.

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Und immer weiter aufwärts.

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1300 Meter, 60 km/h. Der Kangoo am Anschlag.

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Um halb zwei queren wir die Portugiesische Grenze.

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Und wir verlassen die Autobahn.

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Seltsam. Das Navi sagt noch ca. 80 Kilometer, aber 3 Stunden Fahrt.

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Da taucht so gegen drei Uhr am Nachmittag in einem Tal ein großer See vor uns auf. Wenn jetzt ein Campingplatz ausgeschildert ist, fahren wir den an!

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Das war dann auch so: Parque de Campismo de Penedones.

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Ende der Anfahrt. Zwei Tage auf der Autobahn, vorher noch die Aufregung mit dem Rad. Uff.

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Doch ne nette Aussicht, was? Als wir ankamen, standen noch zwei französische WoMos auf dem Platz. Die sind gegen Abend gefahren. Dann waren wir für eine Nacht die einzigen. Am 22. Juli! Die Tage drauf fanden sich noch ein paar versprengte Zelter ein.
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Re: Diaabend 2013: Portugal – Parque de Campismo de Penedone

Beitrag von Roman » 21.10.2013, 21:16

Parque de Campismo de Penedones

Es lohnt sich kaum, über den Platz zu berichten, denn wenn das Gästeaufkommen so bleibt, wird er bald nicht mehr existieren – was sehr schade ist.

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Großzügige Stellplätze, eine gepflegte Anlage,…

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… ein neues Klohaus, auf das der Eigner besonders stolz war und ich ihn beim Reinigen desselben fotografieren sollte. Diese Qualität findet man in Portugal leider bei Campingplätzen sehr selten.

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Die Restauration mit Seeblick bewachte die Gattin leider meist einsam ohne Gäste. Die Speisekarte eher anglo-amerikanisch ausgerichtet und lokale Spezialitäten konsequent ignorierend haben wir dort auch nicht gegessen.

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Abends habe ich noch einen kleinen Spaziergang am See entlang ins nächste Dorf gemacht, um mal zu schauen, wie es aussieht in Portugal auf dem Lande.

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Der Ausflug nahm ein schnelles Ende, als drei Wachhunde auf mich zukamen und augenscheinlich ihren Job sehr ernst nahmen.

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Wer auf dem Lande in Garagen äugt, bekommt allerhand zu sehen.
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Max
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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von Max » 22.10.2013, 12:36

Sehr spannender Reisebericht - weiter so!
früher Troll, Ez. 99 :) - jetzt Dethleffs Tourist HD 460 V, Ez. 2011 :D - die wirkliche Alternative :thumbs:

OldFan
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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von OldFan » 22.10.2013, 12:59

Mir wäre schon gleich am ersten Tag

nach dem verlorenen Rad die Lust des Reisens vergangen. Nach der Reparatur und den größeren Radbolzen hätte ich erst noch mal zuhause gepennt und wäre am nächsten Morgen erst los. In den Abend oder Nacht reinfahren ist nicht so mein Ding, aber jeder ist anders. Jetzt musst Du wohl noch einen zweiten, größeren Radmutterschlüssel mitnehmen wenn Du keine Doppelnuss hast.
Wie haltet Ihr das mit der Fahrerei? Wechselt Ihr Euch beim Fahren ab, fährt Deine Frau den gesamten Weg, oder was? Ihr legt doch ganz schön lange Distanzen bei Euren Reisen zurück.

Vielen Dank für Deine ehrlichen und ungeschönten Reiseberichte, die öfters mit Kölner Witz aufgelockert werden und sich gut lesen lassen. Ich hoffe ich kann noch viele Reiseberichte von Dir lesen. :thumbs:

LG
OldFan

mikegold
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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von mikegold » 22.10.2013, 13:28

@Roman :thumbs:

Ollerzausel
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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von Ollerzausel » 22.10.2013, 16:16

Habe diese Fortsetzungsgeschichte direkt abboniert 8) Roman wieder in seinem Element ... :mrgreen:
OldFan hat geschrieben:Vielen Dank für Deine ehrlichen und ungeschönten Reiseberichte, die öfters mit Kölner Witz aufgelockert werden und sich gut lesen lassen.
Und da schließe ich mich mal uneingeschränkt an :thumbs:
OldFan hat geschrieben:Mir wäre schon gleich am ersten Tag nach dem verlorenen Rad die Lust des Reisens vergangen.
So ging mir das auch mit dem verstorbenen Jeep-Motor in f. Sweden :( Irgendwann fragt man sich, wozu man auf einem Platz in so einer Einöde rumsitzt, den man sich freiwillig nie ausgesucht hätte. Und das sollen dann die schönsten Tage des Jahres sein. Das ich nicht lache ... :lol:

Roman, hast Du nun schon mal "Das Vorzelt zur Hölle" gelesen. Wenn ich Deine Bilder so sehe, drängt sich ein Vergleich förmlich auf!
Seit 2020 nicht unterwegs mit Troll 555, aber mit Jeep Commander, beide aus 2006.
Sapere aude!

flor_tim
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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von flor_tim » 22.10.2013, 18:17

Diaabende sind spitze! Ich freu mich schon auf den nächsten Post!

Roman
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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von Roman » 22.10.2013, 19:23

Ollerzausel hat geschrieben:Das Vorzelt zur Hölle
Sieht es wirklich so bitter aus? :lol: Eigentlich doch nur der Start. Bei der Fahrt wollte ich sogar ein bisschen angeben! :oops: So nach dem Motto, was wir für eine Strecke runterreißen. Das hatte schon was von einer sportlichen Herausforderung, besonders bei den Jungs. Ich glaube nicht, dass sie es als Hölle empfinden, dazu war die Freude vorher viel zu groß - und dann eben auch die Enttäuschung, als der Urlaub beendet war, bevor er angefangen hatte.

Im Grunde liest sich das ganz dramatisch, aber die Autogeschichte vom Ollerzausel oder der geklaute Touring sind richtig ätzend. Denn da ist der Urlaub im Eimer. Das stand bei uns ja nicht zur Debatte, weil das Malheur am Start passiert war. Ich hatte allerdings nicht daran gedacht, dass der Troll noch zu retten ist. Schon als wir auf die Polizei gewartet haben, habe ich im Geiste auf Zelturlaub umgeplant. Surfbrett runter, Dachbox drauf, die alte Zeltausrüstung liegt bei uns noch im Keller. Das habe ich auch noch gedacht, als wir den Troll mit festem Rad zerbeultem Radlaub von der Werkstatt nach hause gezogen haben.
OldFan hat geschrieben:Mir wäre schon gleich am ersten Tag

nach dem verlorenen Rad die Lust des Reisens vergangen. Nach der Reparatur und den größeren Radbolzen hätte ich erst noch mal zuhause gepennt und wäre am nächsten Morgen erst los. ...
Das erklärt auch den Aufbruch noch am selben Abend. Als die Schnell-Reparatur auf einmal doch ganz präsentabel aussah, gab's plötzlich einen Stimmungsumschwung. So - eigentlich kann man so doch fahren? Eigentlich können wir doch einfach jetzt fahren? Was spricht dagegen, jetzt die Kinder zu holen und los!

Ja, meine Frau und ich wechseln uns ab. Wir fahren ziemlich genau zu gleichen Teilen. Nur so sind diese Fahrzeiten möglich. Wir sind gerne nachts unterwegs. Allerdings ohne druchzufahren, das ist das Schöne am Wohnwagen. Man behält seinen normalen Rhythmus. Um zwei, drei Uhr auf einen Parkplatz und dann normal schlafen. Die reine Herumhängerei auf einem Übernachtungsplatz ist im Grunde Zeitverschwendung. In dieser Zeit kann man auch ordentlich Strecke machen.

Wobei das Fahren mit unserem Gespann nicht sehr anstrengend ist. Wir sind eben nicht schneller als die LKW. D.h., wir reihen uns ein in die Kolonne auf der rechten Spur. Ständige überholen, taxieren, schauen, ob einer neben einem ist oder schnell von hinten kommt, ist das Anstrengende beim Autofahren, was bei uns wegfällt.

Anekdote: Nach dem Start waren wir schon ein paar Stunden unterwegs. Ich habe irgendwen überholt. Da sagte der Sohn: "Zum ersten Mal seit 300 Kilometern dass wir auch mal einen überholen!" Ich kann es natürlich nicht beschwören, aber ich glaube, er hatte recht :lol:
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Chrisl
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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von Chrisl » 22.10.2013, 21:50

Hei,

Sehr schöner Bericht!!!

Danke Roman!

:thumbs: :thumbs: :thumbs:

Viele Grüsse,

Chris
I get up every morning determined both to change
the world and to have one hell of a good time.
Sometimes this makes planning the day difficult.
--E.B. White

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Re: Diaabend 2013: Portugal

Beitrag von Roman » 22.10.2013, 22:08

Danke! Auch an alle anderen Lobe, habe ich vergessen. Aber es geht weiter, ich habe vorgeschrieben:
Achte immer auf den Horizont!

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